Veranstaltung

Freitag, 7. Juni 2019 - 19.00 - Buttstädt

Lesekonzert

auf dem Camposanto in Buttstädt

„Siste gradum, viator“ – „Halte inne, Reisender“ fordert eine Grabmalinschrift den Vorbeieilenden nach dem Vorbild römischer Grabmale an der Via Appia auf. Halte inne in des Lebens schneller Zeitlichkeit und gedenke derer, die hier in Ewigkeit ruhen – so spricht ein Buttstädter früherer Zeiten zu uns Heutigen, so beginnt er ein Gespräch, das wir auch in diesem Juni mit Gedichten und Musik fortführen wollen, um von dem, was uns heute erzählenswert scheint, zu berichten. Die Lyrikerin Daniela Danz, die ihre Magisterarbeit über den Buttstädter Friedhof geschrieben hat und in ihren Gedichten auf diesen Ort Bezug nimmt, liest zur Musik von Magdalena Grigarová (Gitarre) und Giordano Bruno do Nascimento (E-Gitarre).

Ort: Historischer Friedhof Buttstädt

Eintritt frei, Spenden erbeten

In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Historischer Friedhof Buttstädt und via nova - Zeitgenössische Musik in Thüringen e.V. mit der freundlichen Unterstützung der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen.

Hintergrundinformationen:

Daniela Danz (geb. 1976 in Eisenach) freie Autorin und Kunsthistorikerin; Studium der Kunstgeschichte und Germanistik von 1995-2002 in Tübingen, Prag, Berlin, Leipzig und Halle; Dr. phil.; Arbeit als Kunstinventarisatorin für die Evangelische Landeskirche, Lehrauftrag für Kreatives Schreiben an den Universitäten Osnabrück und Hildesheim; Museumsleiterin; lebt in Kranichfeld.
Preise und Stipendien: Hessisch-Thüringischer Literaturpreis (2002), Stipendium der Stiftung Kulturfonds (2004), Stipendium des Deutschen Literaturfonds e. V. (2005), Georg- Kaiser-Preis des Landes Sachsen-Anhalt (2005), Hermann-Lenz-Stipendium (2006), Stipendium der Stiftung Niedersachsen (2008), Stipendium des Else-Heiliger-Fonds (2010), Harald-Gerlach-Literaturstipendium (2012), Stipendium des Deutschen Literaturfonds e. V. (2013), Rainer-Malkowski-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (2014).
Werke: Arachne, Weimar 2002; Serimunt, Gedichte, Weimar 2004; Türmer, Roman, Göttingen 2006; Pontus, Gedichte, Göttingen 2009; V, Gedichte, Göttingen 2014; Lange Fluchten, Göttingen 2016. (Quelle: Thüringer Literaturrat e.V.)

Magdalena Grigarová (geb. in Tschechien) studierte klassische Gitarre und Instrumentalpädagogik in Kroměříž, Prag, Weimar und in Rostock als Stipendiatin des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Während ihrer musikalischen Laufbahn nahm sie erfolgreich an mehreren internationalen Wettbewerben und Meisterkursen teil. Neben der klassischen Gitarre widmet sie sich auch dem Songwriting, Crossover- und interdisziplinären Projekten und ist als Librettistin und Komponistin tätig. Seit 2018 tritt sie als Gitarristin im thüringer Ensemble für Neue Musik MIET+ auf. Sie arbeitet als Gitarrenpädagogin an der Musikschule Arnstadt-Ilmenau und am MusikWerk
Erfurt und seit 2018 auch als Projektassistentin im via nova e.V.

Giordano Bruno do Nascimento (geb. 1981 in Paranaguá (Brasilien). Bereits im Alter von 9 Jahren erhielt er Orgelunterricht und komponierte sein erstes Werk, ein Stück für Klavier, welches er ein Jahr später selbst zur Uraufführung brachte. Bis zu seinem 18. Lebensjahr komponierte Giordano Bruno Werke für Klavier und seine ersten zwei Sinfonien. Im Jahr 2003 folgte dann die erste Oper „Jimmy and Hellen“ und es folgten Kompositionen für Populär- und Rockmusik.
2004 erlernte er das Kontrabassspiel und arbeitete damit im sinfonischen Orchester Paranaguá. Die Kompositionsarbeit lies er nie im Hintergrund stehen. Es folgten Gesangsstücke. Das Studium der Geschichte eröffnete ihm die Möglichkeit der Untersuchung alter südbrasilianischer Lieder für die Wiederaufführung in Konzerten. Nach diesen Konzerten erhielt Giordano Bruno eine Einladung des Konservatoriums in Adria Italien, um dort ein Studium in klassischem Gesang zu beginnen. Daraufhin verließ er sein Geburtsland Brasilien im Jahr 2005. 
Ein Jahr später entschied sich Giordano Bruno nach Deutschland zu gehen um seine eigene Werke uraufführen zu lassen. Über mehreren Stationen gelangte Giordano nach Berlin und Cottbus.
In Cottbus erhielt er Dirigierenunterricht bei Tibor Istvanfi und lies  im Rahmen des Cottbuser Musikherbstes und in Zusammenarbeit mit dem Hochschulchor und Hochschulorchester  mehrere seine Werke uraufführen: unter Anderem 30 Kammerwerke, 3 Orchesterwerke, ein Chorwerk und erhielt den DAAD Preis für hervorragende Leistung.
Zwischen 2013 und 2018 studierte do Nascimento Komposition beim Prof. R. Wolschina/Prof. M. Obst und Dirigieren bei J. Lebedev an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar und erhiel das Graduiertenstipendium für die Komposition seiner fünften Oper “Die Wahrheitsschwerstern”.
In den letzten vier Jahren brachte er unter seiner eigenen Leitung die Opern „Lucie“, „Die Marmorpuppe“, „Die schönere Wahrheit“ und „Global Players“ zur Aufführung.
Seine Werke wurden in mehreren Festivals in verschiedenen Ländern gespielt: unter Anderem im Pan Music Festival in Seoul, im DCMF in Daegu, Il Suono in Italien, in der Klangwerkstatt Berlin, in Paris und in der Berliner Pyramidale.
Außer dem DAAD Preis erhielt er zwei Mal das Thüringer Graduiertenförderstipendium, die Studienabschlussförderung der HfM „Franz Liszt“ Weimar, gewann die Ausschreibung „Klänge hinter Mauern“ der Kammerakademie Potsdam und war einer der Finalisten der International Competition „Città di Udine“.
Zurzeit lebt Giordano B. do Nascimento als freischaffender Komponist in Weimar.

Historischer Friedhof Buttstädt

Daniela Danz

Magdalena Grigarová

Giordano Bruno do Nascimento