Veranstaltung

20. Juni 2020

Erinnern an den Jahrestag der Weimarer Bücherverbrennung 1933 auf der Anhöhe bei Niedergrunstedt

Die Kirchgemeinde Buchfart-Legefeld lädt in Zusammenarbeit mit der Literarischen Gesellschaft Thüringen und dem Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus am 20. Juni 2020 um 18:00 Uhr zu einem kurzen Gedenken ein.

Bereits vor der 1933 erfolgten Machtübergabe an die Nazis hatte der Schriftsteller Joseph Roth geäußert: »Sie werden unsere Bücher verbrennen und uns damit meinen.« Insgesamt standen 131 Autoren auf der Liste.

Im Allgemeinen werden die Bücherverbrennungen mit dem 10. Mai 1933 und der Brandrede von Joseph Göbbels in Verbindung gebracht. Andere Orte, andere Tage, auch das Verbrennen wissenschaftlicher Literatur sind weniger bekannt. Gänzlich anders war es nämlich in den acht Thüringer Städten. Hirschberg verzeichnete bereits am 2. Mai 1933 die »Aktion wider den undeutschen Geist«, während in Jena die verfehmten Bücher am 26. August 1933 in die Flammen geworfen worden waren. Aus Anlass der Sonnwendfeier des nationalsozialistisch orientierten »Deutscher Handlungsgehilfen-Verband« auf der Anhöhe bei Niedergrunstedt kam es am 21. Juni 1933 zu einer solchen von Weimar ausgehenden Aktion. Nicht überliefert ist der genaue Ort, aber seit 2018 steht in der Johann-Ernst-Rentzsch-Straße zur Erinnerung, vor allem aber zur Mahnung ein Apfelbaum.

Hinweisen möchten wir auch auf die Aktion des Fotografen Jan Schenck. Ihm kommt das Verdienst zu, in seinem Online-Atlas »Verbrannte Orte« bereits eine Dokumentation über zahlreiche Schauplätze nationalsozialistischer Bücherverbrennungen erstellt zu haben. Wer möchte, kann das Projekt durch Spenden unterstützen.

Bei der Durchführung der Gedenkveranstaltung werden coronabedingte Vorschriften (wie Hals-Nasen-Maske und Mindestabstand) berücksichtigt.

Ort: Johann-Ernst-Rentzsch-Straße

Foto: Johannes Bock