Keine Kategorien verfügbar.

Mitteilungen

4. Juni 2024

Die Gewinner des 9. Weimarer Poetryfilm-Preises

Kino Lichthaus, 1.6.24

Die Filme „Für immer“ (Jurypreis Bester Realfilm) und „09.01. Berkovitch“ (Jurypreis Beste Animation) haben in diesem Jahr beim Weimarer Poetryfilm-Preis gewonnen. Der Publikumpreis ging ebenfalls an „09.01. Berkovitch“-

Den Preis vergeben die Literarische Gesellschaft Thüringen und die Bauhaus-Universität Weimar seit 2016 für Kurzfilm, die auf besonders innovative Weise im Spannungsfeld von Lyrik und Film experimentieren.

Für den 9. Weimarer Poetryfilm-Preis wurden 479 Kurzfilme aus 51 Ländern eingereicht. Die Programmkommission, bestehend aus Ana María Vallejo (Bauhaus-Universität Weimar) und Guido Naschert (Literarische Gesellschaft Thüringen), hat davon 12 Filme für den Wettbewerb nominiert.

Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus der britischen Poetryfilmexpertin Sarah Tremlett, dem französischen Filmemacher Pierre Guiho und der deutschen Autorin und Übersetzerin Rike Bolte zusammen. Sie wählte den deutsch Beitrag „Für Immer“ (2023) zum Sieger des mit 1.200 Euro dotierten Preises in der Kategorie „Bestes Video“. Regie führte der in Berlin lebende Regisseur Christian Tung Anh Nopper. Die Jury würdigte den Film mit den Worten: „Ein Film über zwei Generationen der vietnamesischen Community in Deutschland, der, in Bewegung gesetzt vom ersten Teil eines schlichten Gedichts, einen jungen Protagonisten näherbringt: in der Küche des Familien-Restaurants, und in einer verschneiten Landschaft. Junger Debüt-Film von emotionaler Tiefe und mit transkultureller Weitsicht, eingebettet in eine zyklische poetische Struktur. Und ein Statement in diesen Zeiten.”

In der Kategorie „Beste Animation“ (ebenfalls mit 1.200 Euro dotiert) gewann der deutsch-russische Film „09.01. Berkovitch“ (2024) der an der Bauhaus-Universität studierenden Filmemacherin Anya Ryzhkova. Die Wahl ihres Films begründete die Jury mit den Worten: „Ein weiteres Statement: Graphisches Protokoll einer Gerichtsanhörung in Russland, bei der ein meta-dokumentarisches Gedicht verlesen wird. Der Film gibt diesem Text Raum und Stimme und juxtaponiert die Konzepte von Gerechtigkeit und Wunder. Behutsam animiert, von hoher Transparenz und feinen metamorphischen Dynamiken durchsetzt, bindet der Film auch die englische Untertitelung ein: mit einer im wahrsten Sinn des Worts prekären Geste, die mit dem schlichten Anhörungswunsch korrespondiert. Die Stimmlosigkeit einer Künstlerin angesichts eines repressiven Systems wird aufgehoben.“

Außerdem erhielten die Filme „Trains passing“ (Deutschland, 2023) von Ani Mrelashvili sowie „Oskar“ (Kanada, 2022) von Max Vannienschoot lobende Erwähnungen als besondere wertvolle Filme.

Die Preisverleihung fand am Samstag, den 1. Juni im Kino Lichthaus statt.

Alle Festivalfilme können noch auf der Festivalwebseite für eine Gebühr von 15 Euro bis zum 15. Juni online gesehen werden.

poetryfilmtage.de

Preisverlleihung im Kino Lichthaus am 1.6.24. Foto: Maik Schuck