Literarische Exkursionen

Literarische Exkursionen durch Thüringen

Im Rahmen des Langzeit-Projekts „Literaturland Thüringen“, das Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, MDR-Figaro und Thüringer Literaturrat e.V. in Kooperation durchführen, wurde 2012 von der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. mit der Reihe „Literarische Exkursionen“ in Thüringen begonnen. Am Anfang stand die Auseinandersetzung mit Autoren der klassischen Moderne, deren Leben und Schreiben mit Thüringen verbunden war: von Jürgen Becker und Thomas Bernhard über Jakob van Hoddis und Reinhard Lettau bis zu Rahel Sanzara und Ror Wolf.

2014 wurde diese Reihe in Zusammenarbeit mit der Thüringischen Literarhistorischen Gesellschaft „Palmbaum“ e.V. fortgesetzt. Gestützt auf langjährige Vorarbeiten der Gesellschaft mit ihrer Zeitschrift „Palmbaum“, dem Band „Dichterhäuser in Thüringen“ (1998) und dem Standardwerk „Das literarische Thüringen“, in dem der „Palmbaum“-Gründer Dr. Detlef Ignasiak einen bislang unerreichten Überblick zur hiesigen Literaturlandschaft liefert, waren Exkursionen an Orten geplant, an denen der Reichtum Thüringer Literatur- und Kulturgeschichte exemplarisch aufscheint: Kaspar Stieler in Erfurt, Luther auf der Wartburg, Schlegel & co. in Jena, Vater Wieland in Oßmannstedt, Menantes in Wandersleben, Goethe im Dornburger Schloss, Schiller in Rudolstadt, die Marlitt in Arnstadt und der junge Bach, Lenz, Jean Paul, Harry Graf Kessler sowie Gerhard Altenbourg in Weimar.

In den Jahren 2015 und 2016 standen die Exkursionen unter dem Motto „Im Land der Hügel – Auf den Spuren schreibender Frauen von 1800 bis 1945“: Johanna Schopenhauer und Toni Schwabe in Weimar, Frieda und Margarete von Bülow in Ingersleben und Neudietendorf, Ricarda Huch in Jena, die Schwestern Charlotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz in Jena sowie Lou von Salomé in Tautenburg.

Die Literatur Thüringens ist im öffentlichen Bewusstsein vor allem eine von Männern. Dabei hat das Land der sanften Hügel auch und gerade außergewöhnliche Dichterinnen hervorgebracht oder angezogen. Hier begann mit der Jenaer Romantik die Emanzipation der Frau in der Literatur überhaupt und hier fand die emanzipierte Frau als Figur in die Literatur. Thüringen blieb Attraktionsraum für Autorinnen bis in unsere Tage, für bedeutende Poetinnen ebenso wir für weibliche poetae minores, ohne die es bekanntlich die Spitzen der Literatur nicht gäbe.

Die Inhalte der Exkursionen sind auf dem Literaturportal www.literaturland-thueringen.de nachzulesen.

Kooperationspartner:
Thüringische Literarhistorische Gesellschaft Palmbaum e.V.
Dr. Detlef Ignasiak
www.palmbaum.org

Projektleiter:
Dr. Jens-F. Dwars

Förderer:
Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenstätten (ALG) aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Thüringer Staatskanzlei, JenaKultur sowie die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen