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Veranstaltungen Buchpremiere  |  Weimar
Weimarer Premierenlesung

"Warum kann ich nicht zuweilen Minister sein"

Ulrike Müller stellt Amalie Winter vor.

Eckermann-Buchhandlung, Marktstraße 2

Weimarer Premierenlesung und Gespräch mit der Autorin Ulrike Müller

Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Ulrike Müller wird mit Amalie Winter nicht nur eine weitere hoch interessante historische Frauenpersönlichkeit im Kontext ihrer Epoche porträtieren, sondern auch aus deren zu Unrecht vergessenem Werk vorlesen.

Dieses Werk macht sie als Herausgeberin einer neu edierten Textauswahl in Rahmen der Buchreihe „Die charmante Unbekannte“ in Zusammenarbeit mit der Weimarer Verlagsgesellschaft nun erstmalig wieder öffentlich bekannt. Im Anschluss an die Veranstaltung können die Gäste mit der Autorin ins Gespräch kommen.

Amalie Winter (1802-1879) gehört neben Zeitgenossinnen wie Adele Schopenhauer und Ottilie von Goethe, für deren Salonzeitschrift „Chaos“ sie schrieb, zur Generation der ungehorsamen Töchter der Weimarer Klassik. Dem geistigen Anspruch und dem Bildungsideal dieser Epoche bleibend verbunden, mischte sie sich, wie ihre Berliner Freundin Bettina von Arnim oder die in Königsberggeborene Jüdin Fanny Lewald, in die gesellschaftliche Debatte des politisch, technisch und sozial so bewegten 19. Jahrhunderts ein. Standesdenken und Karrierestreben waren ihr zuwider, sie stritt für die Emanzipation der Frauen und der Juden sowie gegen soziale Verelendung.

Literarisch an der Romantik orientiert, schrieb sie auch sozialkritische Märchen. In ihren pädagogischen Schriften warb sie, ihrer Zeit voraus, dafür, Kindern elementare Menschenrechte zuzubilligen und ihre Erziehung nicht auf Strafandrohung, sondern auf Ermutigung und Zuwendung zu gründen. In der Weimarer Öffentlichkeit erregte nicht nur ihr freies Liebesleben Anstoß, sondern auch ihre enge Freundschaft mit Erbgroßherzog Carl Alexander von Sachsen Weimar-Eisenach.

Amalie Winter : »Ein Recensent muß vor allem die Gewissenhaftigkeit besitzen, nicht zu recensieren, wenn er das Buch nicht gelesen hat«