Veranstaltung

 |  Weimar-Tiefurt
Annette Seemann:

Der gefesselte Wald. Gedichte aus Buchenwald. Lesung und Vortrag, begleitet von Sophie Seemann (Klarinette).

 

Wulf Kirsten  und Annette Seemann sind die Herausgeber der zweisprachigen Ausgabe des Buches „Der gefesselte Wald“, im Wallstein Verlag 2013 herausgekommen. Annette Seemann übertrug die in Französisch geschriebenen Verse ins Deutsche. Die erste französische Originalausgabe erschien 1946 in Verantwortung von André Verdet (1913-2004), der mit den anderen männlichen Personen, die die Gedichte in Buchenwald schrieben, dort inhaftiert war.
In der Einleitung der Erstausgabe nach der Heimkehr aus dem KZ schrieb Verdet im August 1945 in der Einleitung: „Trotz der Hölle auf Erden haben Menschen hier gedacht, nicht literarisch gedacht, aber human. Und sie dachten, dass irgendwo außerhalb dieser Hölle die Welt noch sehr viel an Schönheit und Güte bereithält.“ Erst 1995 kam eine zweite Auflage des Buches in Frankreich heraus. In dieser Sammlung von Gedichtetem, unter extremen Bedingungen entstanden, sind zwei Belgier, ein Spanier, drei Polen, zwei Deutsche, ein Russe, sechzehn Franzosen vereint - Arbeiter, Geschäftsleute, Künstler, Intellektuelle. Viele von ihnen waren in der Résistance.
Wulf Kirsten verfasste das Nachwort unter dem Titel „Dichten, um zu überleben.“

Diese Insassen des Konzentrationslagers wollten sich durch Kulturaneignung innerlich wappnen. Deshalb gestalteten sie ein Rezitationsprogramm, in dem sie aus dem Gedächtnis Gedichte aus fünf Jahrhunderten vortrugen. Dadurch inspiriert, dichteten sie dann selbst, jeder nach seinen Möglichkeiten. Natürlich war das Schreiben in Buchenwald strengstens verboten und die Häftlinge mussten absolutes Vertrauen in die Mithäftlinge haben.
Bereits das Besorgen von Papier und Stift war eine Herausforderung. So ein gemeinsames Tun festigt die Solidarität, aber auch den Sinn für Ordnung unter extremen Bedingungen. Man gab ein Selbstzeugnis ab und setzte ein Zeichen der Selbstbehauptung. Die Gedichte wurden Ende 1944 Anfang 1945 in drei handschriftlichen Exemplaren zur Anthologie vereint. Zwei nähte man in Jacken ein, eine begrub man in einer Büchse unter den Block 45. André Verdet war es, dem das Herausschmuggeln gelang.Ort: Alte Mühle in

Ort: Weimar-Tiefurt, Hauptstraße 14.

Gemeinsam mit dem WIR (Wohnen im Ruhestand) e.V. mit der freundlichen Unterstützung der Stadt Weimar und des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.