Veranstaltung

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Lyriklesung und Gespräch  |  Jena
Peter Waterhouse

Die Gunst des Augenblicks

Lyrik der Gegenwart - Thüringer Lesungen und Werkstattgespräche

Moderation: Maria Schubarth, Peter Neumann

Ort: Schillers Gartenhaus, Jena, Schillergäßchen 2

Eintritt: 5,-/ 3,- €

Peter Waterhouse, geboren 1956 in Berlin, lebt in Wien. Er studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Wien sowie 1981/82 an der University of Southern California in Los Angeles. 1982 absolvierte er die Magisterprüfung und promovierte an der Universität Wien mit einer Arbeit über die Utopie in der Lyrik Paul Celans zum Doktor der Philosophie. Peter Waterhouse verfasst Lyrik, Essays, Erzählungen, Theaterstücke, Sachbücher und Romane; daneben übersetzt er aus dem Englischen und Italienischen. Im Jahr 2000 gründete er die „Wolfenbütteler Übersetzergespräche“. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise u. a. den Nicolas-Born-Preis und den großen Österreichischen Staatspreis.

Zuletzt erschienen: Honigverkäufer im Palastgarten und das Auditorium Maximum (2010); Der Fink: Einführung in das Federlesen (2016).

 

Wo die Sätze von Peter Waterhouse reden, erwacht die Poesie; sie verleiht dem, was passiert, einen Ort und eine Umgebung, sie lässt etwas – tatsächlich – zur Sprache und dadurch in Erscheinung kommen: denn es sprechen die Wörter nicht von etwas, vielmehr tun sie; sie beschreiben nicht, sondern sind selbst Ereignis, sie erklären nicht, erzeugen vielmehr erst die Wirklichkeit beschreibender Poesie, die Lesbarkeit sprachlich erscheinender Dinge. (Christine Vescoli)

 

Die Flüsse

Ich gehe auf dem großen Berg in Schnee
Asche und Lava. Gehe jetzt fast grau fleischig
und fleißig bis die Psalmen klingender klingen
endlich Wasser wilderer singen
mit schwarzen Schweren
und schwarzen Lehren. Die Psalmen
übersetzen sich, wechseln die Worte.
Und wenn es groß war, war es klein.
Wenn es Schnee war, war’s Asche.
Und wenn ich es war, warst du, waren sie
waren es wir alle. Um den Berg drehen Sonne
und Mond
die leuchtenden Sterne, alle Walfische
und alle Tiefen. Fast grau.
Nahe und ungenau.
Schnee wie Wolle. Tag wie Nacht.
Reif wie Asche. Wer bleibt vor dem Frost?
Der Wind weht, so taut der Wind auf.
Der Wald weht, so pfeift der Wald.
Blasen, Glocken ohne Laut
Angst? Sagtn.
Lava? Waal.
Allegria? Allegoria.
Tot? Tot.
Tore? Tore.
Asche? Sache.
Achtung Asche? Sieben und Acht.
Via Pisa? Pia Visa.
Asche? Häuser.
Sieben? See.
Mare? Eram.
Meere? Mareneve.
Rosalia Emelli? Amelia Roselli.
Und vor dem Berg steht? Who is the true sea?
Water who do you see? Water, who is?

Weitere Informationen: HIER und HIER