Veranstaltung

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Literatur und Musik  |  Weimar
Lyrik und Jazz

XIV. Weimarer Lyriknacht

Lesekonzert mit Paulus Böhmer, Ulrich Koch, Brigitte Oleschinski, Karla Reimert, Hans Thill und dem Mikołaj Gruszecki Trio.

Es moderiert Nancy Hünger.

Ort: E-Werk des DNT (Weimar, Am Kirschberg 4)

Eintritt: 10,- € / 6,- €

Die Weimarer Lyriknacht ist eine gemeinsame Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V., des Lese-Zeichen e.V., der Stadt Weimar, des Deutschen Nationaltheaters Weimar und der Jazzmeile Thüringen e.V. mit der freundlichen Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei und der Sparkasse Mittelthüringen.

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Hintergrundinformationen:

Nach 13 Jahren zieht die Lyriknacht um und wird mit neuer Ausrichtung erstmals im E-Werk des DNT und im Rahmen der Jazzmeile Thüringen zu erleben sein. Um diesen Umzug würdig zu feiern, wurden Dichter aus dem gesamtdeutschen Raum geladen. Neben Karla Reimert, Brigitte Oleschinski, Hans Thill und Ulrich Koch, können wir auch den diesjährigen Peter-Huchel-Preis-Träger Paulus Böhmer begrüßen. Die musikalischen Beiträge des Mikołaj Gruszecki Trios (piano, bass, drums) stehen mit den Musikern aus Polen, Tschechien und Dänemark unter dem Motto „Die Welt spricht Jazz“, denn die Musik der experimentellen Grenzüberschreitungen hat noch nie Halt vor Landesgrenzen gemacht.

Paulus Böhmer, 1936 in Berlin geboren, lebt heute in Frankfurt am Main, und ist ein Solitär unter den deutschen Dichterstimmen. Sein Metier ist das Langgedicht „das Naturgeschichte, Zeitgeschichte und eigene Lebensgeschichte zu einem großen Gesang verbindet. Wortgewaltig und sprachschöpferisch, überbordend und bildgenau stellt sich Böhmer den Schrecken unserer Zeit, indem er sie aus der Verdrängung in die Vorstellung zurückholt. Mit furioser Kraft schafft er aus Schmerz und Lust eine vielstimmige Hymne auf das Leben. Paulus Böhmer hat ein Weltgedicht von mythischer Wucht geschrieben, das einen mitreißenden Sog entwickelt und einzigartig in der heutigen Literaturlandschaft steht.“

Auch der Wahlberlinerin Birgitte Oleschinski darf man zum Peter-Huchel-Preis gratulieren.
Die studierte Politikwissenschaftlerin setzt nicht nur auf ihr feines politisches Sensorium, sondern untersucht auch die Kehrseite der Gedichte in ausgezeichneten poetologischen Essays. Über ihre Lyrik schreibt Helmut Böttiger: „Man schreibt heute keine Gedichte mehr, man weiß zuviel: an diesem Punkt fangen die Gedichte Brigitte Oleschinskis an. In den Gedichten selbst, nicht in dem Reden darüber, wird die Welt in Frage gestellt. Erst dann bröckeln die Selbstverständlichkeiten, wird der Boden unter den Füßen unsicher und gibt nach. Und genau dort befinden wir uns.“

Die Gedichte des Lyrikers Ulrich Koch, aus Winsen an der Luhe, hingegen „sind Chronometer eines melancholischen Weltgefühls, diskrete Momentaufnahmen einer existenziellen Obdachlosigkeit. Ihre Schauplätze sind die dunklen Rückseiten der Vorstädte: Buswarte¬häuschen, Hinterhöfe, Vorgärten, Turnhallen, Baggerseen oder „die Regentonnen unter der Traufe“(NZZ).

Aus Heidelberg reist Hans Thill an, auch er ein Huchel-Preisträger. „Thill favorisiert eine Gedichtsprache, die sich einer Poetik der Überraschung verpflichtet sieht, jeder Konvention eine Nase dreht, alle Forderungen nach Kohärenz unterläuft und stattdessen ins Offene, Ungesicherte ausbricht, sobald sich eine Gelegenheit dazu bietet.“ (Michael Braun).

Das Debüt bestreitet in diesem Jahr Karla Reimert, die ihren Erstling „Picknick mit schwarzen Bienen“ bei KOOKbooks vorlegte.„Hier gehört alles zusammen. Nichts ist Zufall. Weder dass die Krängung nur ein Buchstabe von der Kränkung trennt, noch das Picknick, oder das es mit schwarzen Bienen stattfindet. Karla Reimert hat ihren ganzen Gedichtband bewundernswert dicht und doch durchlässig gewoben…“ (Elke Engelhardt)

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Mikołaj Gruszecki Trio

Mikołaj Gruszecki - piano
Martin Buhl Staunstrup[nbsp] - bass
Martin Novák - drums

Die Welt spricht Jazz. Die Musik der experimentellen Grenzüberschreitungen hat noch nie Halt vor Landesgrenzen gemacht. Folglich ist es selbstverständlich, dass auch junge Musiker sich ihre Mitspieler längst nicht mehr nur in ihrem geografischen Umfeld suchen. Bei diesem Newcomer wird es gleich international. Sie kommen aus Polen, Tschechien und Dänemark und haben sich in Berlin gegründet. Diese kulturelle Flexibilität findet sich auch auf der Bühne wieder. Ausgehend von der klassischen Piano-Trio-Besetzung, bewegen sich die Musiker zwischen verschiedenen stilistischen Ebenen, die zwischen Jazz und Klassik angesiedelt sind. Das Repertoire besteht aus Eigenkompositionen, einer gesunden Dosis Jazz-Standards und einer Prise Filmmusik.

Weitere Informationen zur Musik: HIER, HIER und HIER